Donnerstag, 13. November 2008

Sorata und ein Drittel meiner Zeit in Bolivien ist (leider) schon wieder vorbei...

Servus nach Deutschland,
ich lass endlich wieder was von mir hören!
Es ist viel passiert in letzter Zeit. Vor allem freizeitmässig war das Wochenende an Allerheiligen ein echter Hammer. Durch den Feiertag am Sonntag hatten wir auch den Montag darauf noch frei, also haben wir das verlängerte Wochenende genutzt, um mal wieder wegzufahren. Diesmal gings ins Grüne, Sorata, dreieinhalb Stunden von La Paz entfernt. Schon am Morgen, als wir fahren wollten bekamen wir allerdings den ersten Schock, Sebi und ich hatten uns entschieden (um ausschlafen zu können) erst am 10 Uhr vormittags nach Sorata aufzubrechen, die meisten anderen sind schon um 8 Uhr weg, einige auch schon am Samstag. Kaum dass wir aus dem Haus raus waren, bekamen wir die SMS von Julia, dass die letzten Busse nach Sorata schon abgefahren seien. Was interessiert das zwei echte Abenteurer, dachten uns Sebi und ich, fuhren trotzdem zum Cementerio (Friedhof, dort fahren alle Minibusse in die nähere Umgebung von La Paz ab) und wurden tatsächlich noch mit einem Bus nach Sorata belohnt. Zuvor machten wir noch einen Abstecher auf den Friedhof, um uns die Allerheiligenfeierlichkeiten anzusehen, die hier nach Aussagen von vielen Bolivianern sehr wüst ausfallen. In La Paz wurden wir aber enttäuscht, alles ging sehr gesittet zu, Polizisten kontrollierten am Eingang die Taschen auf Alkohol und im Grunde gab es keine grossen Unterschiede zu Deutschland, zumindest nicht hier in La Paz...

Schon die Busfahrt (mit einer Stunde Verspätung) wurde zum Erlebnis mit einem sehr gestressten jungen Busfahrer, der als erstes schon mal über unsere Namen lachen musste, als wir uns in die Passagierliste eintrugen und dann grosse Augen machte, dass die beiden Grössten im Bus die zwei Plätze vorne beim Fahrer reserviert hatten, wo am wenigsten Platz war. Die ganze Fahrt über war er dann am Essen (weil er nach eigener Aussage solchen Hunger hatte), am Trinken (weil er solchen Durst hatte) und ermahnte Sebi, nicht neben im zu schlafen (weil er so müde war). Gegen Ende der Fahrt hatte er wohl den Grossteil der Einnahmen in Essen und Trinken investiert. Die Landschaft war schon während der Fahrt atemberaubend schön, beispielsweise als wir La Cumbre, einen Pass auf 4700 m Höhe überquerten und schon durch die Wolken zu fahren schienen.

In Sorata angekommen, mussten wir uns erst mal nach einem Hostal umsehen, fanden dann auch ein billiges, in dem auch schon ein Teil der anderen Voluntäre untergekommen war. Den Rest des Nachmittags ging es dann runter ins Tal, zuerst war Baden geplant, was aber dann ausfiel, weil der Fluss zu klein und das Wasser zu kalt war. Den Rest der Zeit bis zum Abendessen nutzten wir dann zu einer Wanderung den Fluss hinab.

Unsere Wandergruppe nach dem Fussmarsch am Fluss entlang.

Dazu muss man sagen, dass Sorata an einem Berghang in den Yungas liegt, also am Übergang zwischen trockenem Hoch- und tropisch feuchten Tiefland. Das Klima war also schon tropisch und die Vegetation dementsprechend auch. Hibiskus- und Tomatenpflanzen in der freien Natur, Bananenpalmen und Eukalyptusbäume, es fand sich wirklich alles. Nachdem bei dieser Wanderung bis auf einen alle in den oben erwähnten Bach gefallen waren, zogen wir es dann doch vor, wieder ins Hostal zurückzukehren. Sebi konnte ich noch zu einem Bier auf der Plaza überreden, sodass wir immer noch dort sassen, als die anderen schon geduscht hatten und wir eigentlich essen gehen wollten. Da wurden wir dann auch damit überrascht, dass wir bis 23:30 Uhr im Hostal zurück sein mussten, an Allerheiligen, einem Tag, an dem das ganze Dorf feiert. Das ging natürlich nicht, wir wechselten das Hostal, was das noch zu einem ganz eigenen Abenteuer ausartete (weitere Auskünfte werden nur persönlich erteilt).

Die Plaza in Sorata... unter den Palmen konnte leicht Urlaubsstimmung aufkommen.

Nun waren wir also auch zum Essen schon zu spät dran (typisch bolivianisch), assen dann noch zu weit und genehmigten uns eine gute Flasche bolivianischen Wein. Nachher gings in die einzige Disko, die es im Dorf gab, auf guad boarisch a Bauerndisko. Música folklorica, zu der man im Gegensatz zu Cumbia oder Reggaeton nicht tanzen konnte, wenigsten sahen die Mädchen nicht schlechter aus als in La Paz, was daran gelegen sein könnte, dass fast alle Mädchen in Sorata aus La Paz kamen und hier Urlaub machten...^^ Was die Nacht im Hostal angeht, bitte persönliche Anfragen stellen, wens interessiert^^

Während die anderen am nächsten Tag schon früher abreisten, haben Sebi und ich ausgeschlafen, an der Plaza gut gefrühstückt und haben uns dann auf den Weg zur Gruta San Pedro gemacht. Eine Höhle/Grotte zu Fuss etwa 2 Stunden von Sorata entfernt, mehr wussten auch wir nicht über den Weg und das Ziel, als wir losgingen. Während es am Anfang tropisch regnete (den Regenschirm, den wir uns vm Hostalbesitzer ausgeliehen hatten, vergassen wir irgendwo auf dem Weg), wurde es nach ca. einer Stunde drückend heiss und kaum mehr erträglich. Schlau,wie wir beide waren, hatte keiner daran gedacht, etwas zu trinken mitzunehmen... Immerhin wurden wir durch die beeindruckende Landschaft dafür entschädigt, das war endlich Bolivien und Südamerika, wie ich es mir immer vorgestellt habe...





Nach zweieinhalb Stunden kamen wir endlich an, völlig erschöpft, so dass wir erst einmal ausgiebig beim Kiosk neben der Grotte Pause machten. Die Grotte selbst war nach diesem Weg nicht mehr besonders interessant, immerhin war es im Innern kühl, wir konnten uns entspannen und für den Rückweg rüsten. Der wurde dann allerdings im Taxi zurückgelegt, eine Familie nahm uns mit und verdiente noch gutes Geld mit uns zwei erschöpften Wanderern. Da wir unser Rückfahrticket nach La Paz schon vormittags gekauft hatten, mussten wir uns damit abends nicht mehr stressen, die Rückfahrt war relativ ereignislos, wir schliefen viel und kamen dann gegen 10 Uhr abends wieder am Cementerio an. Apropos Cementerio, Sebi war Sonntagnacht noch in Sorata am Friedhof, weil dort eine riesige Party steigen sollte, was im Klartext bedeutete, dass besoffene Cholitas im Dreck rumlagen und die Besoffenen, die noch stehen konnten, um Mitternacht am Friedhofsvorplatz tanzten. Das sei ihm eher als eine Party von Toten anstatt Lebender vorgekommen, meinte Sebi und damit bekommt Allerheiligen dann wohl auch eine besondere Bedeutung...Nach dem zweistündigen Fussmarsch waren wir ziemlich am Ende...

... und legten erst einmal eine längere Pause ein.


Gut versorgt für die vierstündige Rückfahrt.

Was war sonst noch los in letzter Zeit?
An Halloween bin ich zusammen mit den jüngeren Mädchen und einigen Erzieherinnen nachts noch in die Zona Sur (das Reichenviertel von La Paz) runtergegangen, um um Süssigkeiten zu bitten. Das Ganze wirkte ziemlich planlos und unorganisiert, was es auch war, aber trozdem hatten alle (vor allem die Mädchen) einen Heidenspass dabei.

Ausserdem gabs mal wieder einen Geburtstag zu Feiern (Annelie), hier sind wir gerade beim Brunchen am Sonntagmorgen:

Gestern abend bekam Michael (Projekt Schule auf der Strasse) kurz vor dem Weggehen die sehr erfreuliche Nachricht, dass er heute, am Samstag, um 7 Uhr morgens aufstehen müsse, aus meinem Projekt ist ein Mädchen abgehauen, jetzt hält sie sich bei ihrer alkoholkranken Mutter auf und er ist der einzige, der die Adresse der Eltern kennt. Da es ja hauptsächlich mein Projekt betraf, bin ich nach Rücksprache mit meinem Coordinador auch mitbekommen. Leider war das frühe Aufstehen fast gänzlich umsonst, da niemand zu Hause war oder sie uns einfach auch nicht die Tür aufmachen wollten, immerhin weiss ich jetzt, wo man die Familie finden kann. Auch ein Gespräch mit dem Hausbesitzer, einem Nachbarn und der Besitzerin einer benachbarten Tienda brachte uns nicht weiter. Also fuhren wir nach fast 4 Stunden wieder heim und ich konnte meinen verlorenengegangenen Schlaf nacholen.

Mein Arbeitsplatz, der Hogar Niñas Obrajes.

Auch während der Woche gibt es viel Arbeit, die jetzt auch immer abwechslungsreicher wird. So habe ich ab Mittwoch 6 Stunden im Hospital Arco Iris verbracht, weil sich ein Mädchen beim Volleyballspielen den Daumen verletzt hat und der jetzt stark angeschwollen war. Also gings erst zum Röntgen, dann zur Sozialarbeiterin im Hospital, wo ein (sehr fachkundiger) Arzt beim Anblick der Röntgenbilder meinte, ein Bruch sei es nicht, uns aber riet, doch noch in die traumatologia zu gehen. Also wieder warten... Es war schon kurz vor 7 Uhr, als der Arzt endlich Zeit für uns hatte und dann doch einen Bruch bei Ana feststellte^^ Also wieder warten, Gips an den ganzen Arm und dann konnten wir endlich heimfahren.
Vor zwei Wochen gab es eine grosse fundacionsinterne Taufe, die Kinder und Erwachsenen, die das wollten, konnten sich in der Iglesia San Francisco am Perez taufen lassen. Auch vom Hogar waren einige Mädchen dabei.

Die Mädchen mit Taufpaten und Erzieherinnen nach der Taufe im Hogar.

Letzte Woche hatten wir Taller mit einigen der Mädchen, ich würde es als eine Art Gruppenstunde bezeichnen, ein Spiel am Anfang, dann einen kurzen Film ansehen, den Film besprechen und sich Gedanken darüber machen und zum Abschluss wieder ein Spiel, das ganze mit dem Thema Identität.

Eli (eine unserer beiden Sozialarbeiterinnen) mit den Mädchen beim Besprechen des Films.

Am Freitag war ich dann den ganzen Tag in zwei Schulen unterwegs, um Fotos von einigen unserer Mädchen zu machen, die Tanzveranstaltungen in ihren Schulen hatten. Vormittags tanzte Karina, eine unserer Jüngsten im Colegio Juan Herschel, am Nachmittag dann die Älteren im Colegio Enrique Lindemann. Dazwischen gings noch zweimal zur Defensoria (Jugendamt),um Dokumente über eines unserer Mädchen rauszusuchen.


Karina (3. v.l.) mit ihrer Lehrerin und Klassenkameradinnen nach dem Tanzen.

Bolivianischer Volkstanz im Colegio Lindemann.

Auch morgen gehört der Tag wieder (zum Teil) der Fundacion: Auf einer Feria (Markt) am Prado will die Fundacion mit einer Ausstellung Werbung in eigener Sache machen. Viele Leute hier in der Stadt kennen z. B. das Hospital Arco Iris, während ihnen der Name Fundacion Arco Iris oder einzelne Projekte nichts sagen, obwohl die Hauptarbeit der Fundacion eigentlich in den verschiedenen Projekten verrichtet wird. Auch von unserer Seite (Voluntäre) gibt es diesbezüglich für Weihnachten schon vage Planungen, z.B. ein deutsches Weihnachtskonzert zu veranstalten oder auf dem Weihnachtsmarkt deutsche Plätzchen zu verkaufen.Was wir davon wirklich realisieren können, wird sich zeigen.

Ihr seht also, langweilig wird mir hier ganz sicher nicht, es ist viel los und man ist immer beschäftigt. Die Arbeit macht grossen Spass, auch wenn nicht immer alles so läuft, wie man es sich wünscht und die kleinen Probleme des Alltags auch in Bolivien vorhanden sind.

Auch dieses Internetcafe wird anscheinend immer besser, die Fotos lassen sich jedesmal schneller hochladen, dieses Mal hab ichs auf 3 Stunden geschafft, ein versehentliches PC-Ausschalten, als ich gerade Fotos hochgeladen habe, miteingeschlossen^^

Ich entschuldige mich nochmal, dass ich mit diesem Post so lange auf mich hab warten lassen!
Grüsse an Alle in Deutschland und Danke für eure Kommentare!
Wenn es wieder etwas Neues gibt, lasse ich von mir hören!

¡Hasta luego! Saludos, Fidel

Samstag, 25. Oktober 2008

Cochabamba

Servus Leid,
nach langer Zeit mal wieder ein neuer Post! Hab inzwischen kaum mehr Zeit, ins Internet zu gehen, weils z.Z. viel Arbeit gibt, letzte Woche war ich wg. taller (so ne Art Berufsvorbereitung) einmal bis nach 22 Uhr im Hogar, diese Woche hatten wir heute Taufen einiger Mädchen in der Iglesia San Francisco am Perez (Foto in anderem Post) hatten und morgen früh gehts weiter, um 8 Uhr am Colegio Lindemann, wo einige der Mädchen tanzen werden und mich eingeladen haben. Am Montag gehts mit einigen Mädchen zum Arzt ins Casa de Paso (anderes Projekt der Fundación) und Donnerstag und Freitag eine 2-Tagesreise, um die Eltern eines Mädchens zu suchen. An Arbeit mangelt es mir nicht...


Mit Maria Isabel, Shirley und Marcela im Hogar.


Blick aufs nächtliche La Paz von meinem Balkon aus.

Ich bitte also, die Verspätung dieses Posts zu entschuldigen und fass für euch kurz das letzte Wochenende zusammen...
COCHABAMBA!!! Sommerwarm, schwül, sogar nachts, die grösste Christusstatue der Welt und Boliviens Partyhauptstadt!
Letztes Wochenende sind wir endlich aus La Paz rausgekommen, es ging in den Osten Boliviens. Nach 8 Stunden fahrt die Nacht hindurch, Donnerstag auf Freitag sind wir recht erschöpft in Cochabamba am Busterminal angekommen. Mit Steven Seagal und Chackie Chan (ungefähr die schlechtesten Filme meines ganzen Lebens) konnte kaum jemand im Bus schlafen. Gut, dass das Hostal nicht weit weg ist, wo wir dann schlafen können! Von wegen: Nach einem perfekten Cafe con leche und einigen Zigaretten sind Samu und ich losgezogen, um die Stadt zu erkunden. Kleiner als La Paz (ca. 560 000 Einwohner), fast schon provinzialer Flair, aber auch nicht sauberer als La Paz. Gegen 10 Uhr waren dann endlich alle wach, wir sind frühstücken gegangen und danach zur Christusstatue, die Grösste der Welt, grösser auch als die viel bekanntere Statue in Rio de Janeiro. Hochgefahren sind wir in der Seilbahn, leider konnten wir in der Statue nicht hochsteigen, nur Samstag und Sonntag wäre dies möglich gewesen. Dafür entschädigte der Wahnsinnsausblick über die ganze Stadt, in einem Tal gelegen und die anfängliche Beschaulichkeit Lügen strafend. Ringsum die Bergketten der Anden, im Osten die Lagune und mitten in diesem Tal eine Grossstadt...
Abends ging es dann zum Essen am Prado, wie in La Paz Prachtstrasse der Stadt, begrünt, ein grosser Park an der Plaza Colón und die besten Restaurants der ganzen Stadt mit dem besten Pique Macho Boliviens. Den Rest der Nacht zogen wir durch die Clubs der Stadt und genossen die sommerliche Wärme, die auch nachts noch anhielt.
Der nächste Tag wurde beschaulicher, langes Schlafen, Sebi, Neko (ein Bolivianer, der mitgekommen ist), Andres und ich waren am Markt der Stadt, ich hab morgens schon versucht einige Museen anzuschauen, die an einem Samstagvormittag unerklärlicherweise aber geschlossen waren und nachmittags waren Sebi und ich noch an der Lagune, abends Sillpancho essen (Spezialität aus Cochabamba, Huhn oder Schwein, den ganzen Teller bedeckend auf Reis und Kartoffeln; auch damit habens die Bolivianer nicht geschafft, mich zu einem Fan ihrer miserablen Küche zu machen) und nach dem Essen noch in einem Pub, angeblich sind Fotos von uns auf deren Website (http://www.loscerebritos.com/), vielleicht findet sie jemand mit schnellerer Internetverbindung als ich...
Sonntagmittagg fuhren wir wieder zurück, die meisten sehr erschöpft, ich für meinen Teil mal wieder mit Durchfall und vomitandome, aber doch alle glücklich ob dieses super Wochenendes.
Hier noch ein paar Fotos von Cocha:

Mit Blick auf die Stadt.



Mit 43m Höhe die grösste Christusstatue der Welt.



Sebi und ich vor der Statue.

Charlotte und ich vor der Statue.

Im Park der Plaza Colón


Eisessen am Prado.


Sonst gibt es nicht viel zu berichten, wir haben wieder einige Geburtstagsfeiern hinter uns, ich hab gestern auch mit einigen Mädels im Hogar ihren Geburtstag gefeiert.
Die Beantragung der Visas zieht sich hin und kostet immer mehr, morgen gehts wieder in die Migración, man sollte es Ausländern auch wirklich nicht zu leicht machen, in diesem Land freiwillig und unentgeltlich im sozialen Bereich zu arbeiten^^
Hier in La Paz wirds langsam regnerisch, auch wenn die Temperaturen immer noch nach oben gehen, man merkt inzwischen, dass bald die Regenzeit und damit hier der Sommer beginnen wird. Die Kleidung mussten wir heute schon drinnen zum Trocknen aufhängen und auch im Garten werden wir nicht mehr viel Zeit verbringen können, solange die Sitzecke nicht überdacht ist.

Soweit also von meiner Seite, jetzt gehts erst mal auf ne Party^^
Lasst wieder was von euch hören und schreibt mir, wies in Deutschland, China, Australien, den USA oder wo auch immer aussieht!

¡Hasta luego! Fidel

Sonntag, 5. Oktober 2008

Quince und Volleyballturnier

Hbdre,
Endlich hab i mal wieder die Zeit gefunden, einen neuen Post zu schreiben.
Wie beim letzten Mal schon erwähnt, hab ich die Patenschaft für Tatiana bei ihrem 15. Geburtstag übernommen. Am Mittwoch haben wir ihre Sachen eingekauft (Schuhe, Schmuck...), am Donnerstag habe ich meine Schuhe, Hemd und Krawatte gekauft und am Freitag noch einen Anzug ausgeliehen. Freitag war dann Tatianas grosser Tag, wie auch von 5 anderen Mädchen, die zusammen ihren 15. gefeiert haben: Einzug in den Salon Multiple, mit gekreuzten Klingen Spalier stehende Soldaten und dann der Eröffnungswalzer mit dem Padre, Don Cristóbal (Direktor der Fundación) und Marco Antonio (Co-Direktor der Fundación und Coordinador im Hogar Niñas Obrajes). Auch wir Padrinos bekamen dann noch einen (leider sehr kurzen) Tanz zugesprochen, dann war es mit Walzer-Tanzen schon wieder vorbei und es lief wieder Reggaeton, Cumbia oder Folklore. Das Essen war super, der Tanzact einiger Jungs aus einem anderen Heim auch und die Party ging bis nach 12 Uhr...

Samstagabend ging die Party dann weiter, Sebi und Patrick feierten ihren Geburtstag und Jonas seinen Abschied gleich mit, unsere erste gelungene Hausparty, der wahrscheinlich noch mehrere folgen werden. Auf dem Bild unten stossen Sebi und ich Freitagnacht auf ihn an.

Diesen Freitag hatten wir im Hogar einen der besten Psychologen Boliviens, der für alle interessierten Mitarbeiter der Fundación referiert hat. Von Freitagnachmittag fehlen mir leider die Fotos, also erstmal nur soviel, dass wir den Tag Der Deutschen Einheit beim Empfang der deutschen Botschaft gefeiert haben, sobald ich die Fotos hab, erzähl ich mehr.
Diesen Samstag hat auch die Volleyballmeisterschaft der Fundación begonnen, bei der die Mannschaften der einzelnen Projekte gegeneinander antreten. Das erste Spiel konnten wir (Niñas Obrajes) mit 2:1 Sätzen gegen die Unidades Productivas für uns entscheiden, nächsten Samstag geht es dann weiter, die letzten Spiele werden gegen Ende November ausgetragen.

Was gibt es sonst noch Neues?
Währends bei euch regnerisch und kalt wird, geniessen wir hier einen der schönsten Monate des Jahres, Sonne pur mit vereinzelten Wolken und auch im Schatten und nachts haben wir inzwischen angenehme Temperaturen.
Um das gute Wetter auch nutzen zu können, haben wir unser Garten auf Vordermann gebracht, eine Sitzecke eingerichtet, die Hängematte rausgehangen und auch die Feuerstelle schon ein paar Mal benutzt.
Die politische Lage hier hat sich inzwischen auch wieder beruhigt, man sitzt wieder am runden Tisch, statt sich auf den Strassen die Köpfe einzuschlagen, man kann Bolivien und ganz Südamerika nur wünschen, dass der Dialog fortgesetzt wird.

Soviel also von meiner Seite, ich meld mich wieder, sobald ich die Fotos von der Deutschen Botschaft habe. Würd mich freuen, auch von euch weiter Kommentare zu bekommen!
¡Hasta luego!
Fidel