Samstag, 25. Oktober 2008

Cochabamba

Servus Leid,
nach langer Zeit mal wieder ein neuer Post! Hab inzwischen kaum mehr Zeit, ins Internet zu gehen, weils z.Z. viel Arbeit gibt, letzte Woche war ich wg. taller (so ne Art Berufsvorbereitung) einmal bis nach 22 Uhr im Hogar, diese Woche hatten wir heute Taufen einiger Mädchen in der Iglesia San Francisco am Perez (Foto in anderem Post) hatten und morgen früh gehts weiter, um 8 Uhr am Colegio Lindemann, wo einige der Mädchen tanzen werden und mich eingeladen haben. Am Montag gehts mit einigen Mädchen zum Arzt ins Casa de Paso (anderes Projekt der Fundación) und Donnerstag und Freitag eine 2-Tagesreise, um die Eltern eines Mädchens zu suchen. An Arbeit mangelt es mir nicht...


Mit Maria Isabel, Shirley und Marcela im Hogar.


Blick aufs nächtliche La Paz von meinem Balkon aus.

Ich bitte also, die Verspätung dieses Posts zu entschuldigen und fass für euch kurz das letzte Wochenende zusammen...
COCHABAMBA!!! Sommerwarm, schwül, sogar nachts, die grösste Christusstatue der Welt und Boliviens Partyhauptstadt!
Letztes Wochenende sind wir endlich aus La Paz rausgekommen, es ging in den Osten Boliviens. Nach 8 Stunden fahrt die Nacht hindurch, Donnerstag auf Freitag sind wir recht erschöpft in Cochabamba am Busterminal angekommen. Mit Steven Seagal und Chackie Chan (ungefähr die schlechtesten Filme meines ganzen Lebens) konnte kaum jemand im Bus schlafen. Gut, dass das Hostal nicht weit weg ist, wo wir dann schlafen können! Von wegen: Nach einem perfekten Cafe con leche und einigen Zigaretten sind Samu und ich losgezogen, um die Stadt zu erkunden. Kleiner als La Paz (ca. 560 000 Einwohner), fast schon provinzialer Flair, aber auch nicht sauberer als La Paz. Gegen 10 Uhr waren dann endlich alle wach, wir sind frühstücken gegangen und danach zur Christusstatue, die Grösste der Welt, grösser auch als die viel bekanntere Statue in Rio de Janeiro. Hochgefahren sind wir in der Seilbahn, leider konnten wir in der Statue nicht hochsteigen, nur Samstag und Sonntag wäre dies möglich gewesen. Dafür entschädigte der Wahnsinnsausblick über die ganze Stadt, in einem Tal gelegen und die anfängliche Beschaulichkeit Lügen strafend. Ringsum die Bergketten der Anden, im Osten die Lagune und mitten in diesem Tal eine Grossstadt...
Abends ging es dann zum Essen am Prado, wie in La Paz Prachtstrasse der Stadt, begrünt, ein grosser Park an der Plaza Colón und die besten Restaurants der ganzen Stadt mit dem besten Pique Macho Boliviens. Den Rest der Nacht zogen wir durch die Clubs der Stadt und genossen die sommerliche Wärme, die auch nachts noch anhielt.
Der nächste Tag wurde beschaulicher, langes Schlafen, Sebi, Neko (ein Bolivianer, der mitgekommen ist), Andres und ich waren am Markt der Stadt, ich hab morgens schon versucht einige Museen anzuschauen, die an einem Samstagvormittag unerklärlicherweise aber geschlossen waren und nachmittags waren Sebi und ich noch an der Lagune, abends Sillpancho essen (Spezialität aus Cochabamba, Huhn oder Schwein, den ganzen Teller bedeckend auf Reis und Kartoffeln; auch damit habens die Bolivianer nicht geschafft, mich zu einem Fan ihrer miserablen Küche zu machen) und nach dem Essen noch in einem Pub, angeblich sind Fotos von uns auf deren Website (http://www.loscerebritos.com/), vielleicht findet sie jemand mit schnellerer Internetverbindung als ich...
Sonntagmittagg fuhren wir wieder zurück, die meisten sehr erschöpft, ich für meinen Teil mal wieder mit Durchfall und vomitandome, aber doch alle glücklich ob dieses super Wochenendes.
Hier noch ein paar Fotos von Cocha:

Mit Blick auf die Stadt.



Mit 43m Höhe die grösste Christusstatue der Welt.



Sebi und ich vor der Statue.

Charlotte und ich vor der Statue.

Im Park der Plaza Colón


Eisessen am Prado.


Sonst gibt es nicht viel zu berichten, wir haben wieder einige Geburtstagsfeiern hinter uns, ich hab gestern auch mit einigen Mädels im Hogar ihren Geburtstag gefeiert.
Die Beantragung der Visas zieht sich hin und kostet immer mehr, morgen gehts wieder in die Migración, man sollte es Ausländern auch wirklich nicht zu leicht machen, in diesem Land freiwillig und unentgeltlich im sozialen Bereich zu arbeiten^^
Hier in La Paz wirds langsam regnerisch, auch wenn die Temperaturen immer noch nach oben gehen, man merkt inzwischen, dass bald die Regenzeit und damit hier der Sommer beginnen wird. Die Kleidung mussten wir heute schon drinnen zum Trocknen aufhängen und auch im Garten werden wir nicht mehr viel Zeit verbringen können, solange die Sitzecke nicht überdacht ist.

Soweit also von meiner Seite, jetzt gehts erst mal auf ne Party^^
Lasst wieder was von euch hören und schreibt mir, wies in Deutschland, China, Australien, den USA oder wo auch immer aussieht!

¡Hasta luego! Fidel

Sonntag, 5. Oktober 2008

Quince und Volleyballturnier

Hbdre,
Endlich hab i mal wieder die Zeit gefunden, einen neuen Post zu schreiben.
Wie beim letzten Mal schon erwähnt, hab ich die Patenschaft für Tatiana bei ihrem 15. Geburtstag übernommen. Am Mittwoch haben wir ihre Sachen eingekauft (Schuhe, Schmuck...), am Donnerstag habe ich meine Schuhe, Hemd und Krawatte gekauft und am Freitag noch einen Anzug ausgeliehen. Freitag war dann Tatianas grosser Tag, wie auch von 5 anderen Mädchen, die zusammen ihren 15. gefeiert haben: Einzug in den Salon Multiple, mit gekreuzten Klingen Spalier stehende Soldaten und dann der Eröffnungswalzer mit dem Padre, Don Cristóbal (Direktor der Fundación) und Marco Antonio (Co-Direktor der Fundación und Coordinador im Hogar Niñas Obrajes). Auch wir Padrinos bekamen dann noch einen (leider sehr kurzen) Tanz zugesprochen, dann war es mit Walzer-Tanzen schon wieder vorbei und es lief wieder Reggaeton, Cumbia oder Folklore. Das Essen war super, der Tanzact einiger Jungs aus einem anderen Heim auch und die Party ging bis nach 12 Uhr...

Samstagabend ging die Party dann weiter, Sebi und Patrick feierten ihren Geburtstag und Jonas seinen Abschied gleich mit, unsere erste gelungene Hausparty, der wahrscheinlich noch mehrere folgen werden. Auf dem Bild unten stossen Sebi und ich Freitagnacht auf ihn an.

Diesen Freitag hatten wir im Hogar einen der besten Psychologen Boliviens, der für alle interessierten Mitarbeiter der Fundación referiert hat. Von Freitagnachmittag fehlen mir leider die Fotos, also erstmal nur soviel, dass wir den Tag Der Deutschen Einheit beim Empfang der deutschen Botschaft gefeiert haben, sobald ich die Fotos hab, erzähl ich mehr.
Diesen Samstag hat auch die Volleyballmeisterschaft der Fundación begonnen, bei der die Mannschaften der einzelnen Projekte gegeneinander antreten. Das erste Spiel konnten wir (Niñas Obrajes) mit 2:1 Sätzen gegen die Unidades Productivas für uns entscheiden, nächsten Samstag geht es dann weiter, die letzten Spiele werden gegen Ende November ausgetragen.

Was gibt es sonst noch Neues?
Währends bei euch regnerisch und kalt wird, geniessen wir hier einen der schönsten Monate des Jahres, Sonne pur mit vereinzelten Wolken und auch im Schatten und nachts haben wir inzwischen angenehme Temperaturen.
Um das gute Wetter auch nutzen zu können, haben wir unser Garten auf Vordermann gebracht, eine Sitzecke eingerichtet, die Hängematte rausgehangen und auch die Feuerstelle schon ein paar Mal benutzt.
Die politische Lage hier hat sich inzwischen auch wieder beruhigt, man sitzt wieder am runden Tisch, statt sich auf den Strassen die Köpfe einzuschlagen, man kann Bolivien und ganz Südamerika nur wünschen, dass der Dialog fortgesetzt wird.

Soviel also von meiner Seite, ich meld mich wieder, sobald ich die Fotos von der Deutschen Botschaft habe. Würd mich freuen, auch von euch weiter Kommentare zu bekommen!
¡Hasta luego!
Fidel